Das Ende der Berührung?

Im März schrieb ich einen Essay über die Beziehung zur Welt, die wir als Menschen brauchen. Nur kurz darauf gerieten wir alle in den Bann des Covid-19 Virus und sind nun mitten drin im „Corona-Sog“. Bei allem Verständnis für Maßnahmen, die uns vor Krankheit und Tod schützen sollen, stimmt mich doch vieles von dem, was ich derzeit beobachte sehr nachdenklich. „Das Ende der Berührung?“ weiterlesen

Projekt Bodenheilung freut sich auf Unterstützung

Seit wir vor 10 Jahren hierher gezogen sind, war es unser Wunsch, den benachbarten Acker zu kaufen und ihn aus der konventionellen Bewirtschaftung zu befreien. Im Herbst 2019 war es endlich soweit! 1,8 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche wurden Teil unseres kleinen Paradieses.

„Projekt Bodenheilung freut sich auf Unterstützung“ weiterlesen

Mit der Welt in Beziehung treten

Die Lernmanufaktur hat es sich zum Ziel gesetzt Lern- und Erfahrungsräume für Menschen zur Verfügung zu stellen. Was wir wollen ist damit schnell gesagt, aber warum halten wir das für einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag in der heutigen Zeit?

„Mit der Welt in Beziehung treten“ weiterlesen

Jahresabschlusswanderung, die 5te

Das kleine Jubiläum – nämlich die 5. Jahresabschlusswanderung mit unseren Eseln und Ziegen – lässt uns doch ein wenig darüber staunen, wie schnell die Zeit vergeht. Zum einen, weil schon wieder ein Jahr vorüber ist, und zum anderen, weil wir bereits zum 5. Mal Freunde und Interessierte einladen, gemeinsam mit einer gemütlichen Wanderung das Jahr zu beschließen. „Jahresabschlusswanderung, die 5te“ weiterlesen

Mephistos Lektionen

Wie das Böse im Individuum und im Sozialen wirkt

Der bekannte Konfliktforscher und Mediator Friedrich Glasl  untersucht in diesem Buch die Mechansimen, die einen Menschen dazu treiben, Böses zu tun. Er zieht Parallelen zu Goethes „Faust“ und zeigt anschaulich, dass der Menschenkenner Goethe in seinem Werk bereits die wesentlichen Prinzipien erkannt hat, die heute von der Konfliktforschung als entscheidend für das Entstehen und die Perpetuierung von Konflikten bestätigt werden. Der Verlust der Selbststeuerung in Krisensituationen,  die zunehmende Korrumpierung des Menschen vom Mitwisser und Zuseher hin zum Akteur und die Dynamiken der Teufelskreise von Konflikten seien hier als Beispiele genannt. 

Glasl zeigt nicht nur die Entwicklung Fausts auf, sondern verweist zudem auf aktuelle Beispiele von alltäglichen Konfliktsituationen bis hin zum politischen Weltgeschehen. So wird deutlich, wie oft jeder selbst in einen Konflikt-Teufelskreis gerät, wie oft es angebracht wäre, statt mit Unbehagen zuzusehen, laut „Stopp!“ zu rufen und Einspruch gegen zerstörerisches Verhalten zu erheben . Jeder Mensch ist aufgefordert, sich der Mechanismen, die zu bösen Handlungen verführen, bewusst zu werden und so nicht zum Spielball des Bösen zu werden. Denn durch bewusstes Handeln und Widerstand gegen die Verführung ist der Mensch befähigt, aus Teufelskreisen auszubrechen und diese zu stoppen.

In diesem Buch wird deutlich: Die Gefahr und Versuchung ist groß, selbst zu einem „Faust“ zu werden, der für seine Ziele sein Gewissen und sogar Menschenleben opfert. Letztendlich besitzt aber trotzdem jeder Mensch die freie Entscheidung darüber, ob er sich von Mephisto verführen lässt oder nicht.

„Der Teufel hat sie´s zwar gelehrt, allein der Teufel kann´s nicht machen“ (Goethe: Faust I, V.2376-2377)

Glasl, Friedrich (2017): Mephistos Lektionen. Wie das Böse im Individuum und im Sozialen wirkt. Dornach: Verlag am Goetheanum. ISBN: 978-3-7235-1597-6