Katzen

Gestatten, mein Name ist Ronja. Das ist nur einer meiner vielen Namen – der offizielle sozusagen – , denn hier ist es üblich, dass wir Katzen viele verschiedene Namen haben, die sich auch immer wieder ändern. Als weiterführende Lektüre dazu kann ich „The Naming of cats“ in „Old Possums book of practical cats“ von T.S. Elliot empfehlen, das steht alles Wichtige darüber drin. Ich glaube, irgendein Mensch hat aus dem Text sogar einmal ein Musical gemacht. Da sieht man wieder mal, wie wichtig wir Katzen sind. Doch genug davon, ich soll mich ja nur vorstellen. Ich bin mit Sicherheit die älteste von allen Tieren hier, Jahrgang 2001 – rechnen dürft ihr selbst. Die Doyenne der Tiere sozusagen und dementsprechend respektvoll gehen hier alle mit mir um. In früheren Jahren war ich eine begnadete Mäusefängerin, aber das ist mir mittlerweile zu anstrengend. Das Gehen und Springen fällt mir schon sehr schwer und am liebsten schlafe ich vor dem warmen Ofen. Meine Menschen versorgen mich brav und dafür schnurre ich ihnen gerne etwas vor. Ich glaube, bei euch Menschen heißt das: Ich verbringe hier meinen Lebensabend.

Ich, Asticot, bin nur ein Jahr jünger als meine Mama Ronja und somit auch bereits ein Katzenmethusalem. Von meinen vielen Namen gefällt mir eigentlich „Meister“ am besten, der wird mir am ehesten gerecht. Ich bin tatsächlich ein Meister im Mäusefangen und auch im Schnurren, wobei meine Menschen meinen, ich sei bei letzterem manchmal richtig aufdringlich. Stimmt gar nicht! Die wissen einfach nur nicht, was ihnen gerade guttut. Wie meine Mama verbringe auch ich meinen Lebensabend hier und zwar am liebsten vor dem Ofen.

Nachdem die beiden alten Herrschaften sich vorgestellt haben, bin nun ja wohl ich an der Reihe. Mein Name ist Pepinot. Ich bin zwar der nächstälteste, aber mit meinem Jahrgang 2012 gerade im besten Kateralter. Ich bin nicht nur der Größte hier, sondern auch eindeutig der Schönste, daher auch mein liebster Zweitname „schöner Schwarzer“. Vom Hocken in der warmen Stube halte ich nicht allzu viel. Ich schlafe am liebsten im Heu. Zwar lasse ich mich gerne mit Futter verwöhnen und schnurre zum Dank dafür ausgiebig, im Übrigen genieße ich aber meine uneingeschränkte Freiheit.

So, nun kommen wir zur jungen Katzenfamilie: Charlie, dass bin ich, bin 2014 am benachbarten Bauernhof geboren und nach 2 Monaten hierher gezogen. Ich bin ganz zufrieden mit meiner Übersiedelung hierher, denn hier sind sich die Menschen voll und ganz der Wichtigkeit von uns Katzen bewusst und behandeln uns dementsprechend bevorzugt. Schließlich sind wir es, die verhindern, dass es hier nicht von Mäusen wimmelt. Nicht ganz ohne Stolz kann ich von mir behaupten, dass ich einen wesentlichen Beitrag dazu leiste, so geschickt, wie ich bin.

Meine Zwillingsschwester Charlie habt ihr eben kennengelernt. Als wir hierher gekommen sind, hat sich schnell herausgestellt, dass sie die Wilde von uns beiden ist. Ich hingegen, Luise, bin vornehm und elegant. Keine von uns hier hat einen flauschigeres Fell als ich und alle Menschen, die mich streicheln sind ganz erstaunt darüber, wie hübsch und weich mein Pelz ist. Natürlich ist auch mein Benehmen entsprechend angenehm und fein. Ich habe insgesamt 9 Kinder, von denen die meisten in die weite Welt gezogen sind. Meine beiden Jungs, die noch hier wohnen, werden sich gleich vorstellen.

Hallo, ich bin Felix! Mein Bruder und ich sind hier auf dem Hof die jüngsten (Jahrgang 2015) – zumindest was uns Stubentiger betrifft. Wir sind hier aufgewachsen und unsere Mama, Luise, habt ihr schon kennengelernt. Im Übrigen stimmt es gar nicht, dass nur ihr Fell so toll flauschig ist. Auch mein Pelz ist wunderbar weich zum Darin Versinken und so schön schwarz-weiß gefleckt wie ich ist sonst niemand hier. Mein nettes Aussehen täuscht manchmal darüber hinweg, dass ich ein richtiger Raufbold und Jäger bin. In Acht nehmen vor mir müssen sich aber nur Mäuse und Vögel. Die Menschen erleben mich als begabten und unermüdlichen Schnurrer.

Meine Menschen hier nennen mich manchmal „ADHS-Katerchen“, dabei heiße ich Eliah. Ob das damit zu tun hat, dass mir das Stillsitzen so schwer fällt? Es gibt eben so viel zu entdecken auf der Welt, da gilt es keine Zeit zu verlieren. Außerdem bin ich recht klein gewachsen und da muss ich schon schauen, dass ich genug Futter erwische. Niemand kann so schnell wie ich irgendeinen Leckerbissen vom Tisch klauen und damit verschwinden. Dass ich einen ordentlichen Anteil dazu leiste, die Mäusepopulation im Zaum zu halten, versteht sich von selbst. Und dann, wenn ich so richtig müde bin, schlafe auch ich ein und rühr‘ mich nicht mehr vom Fleck.